Die Birkenmaus ist ein integraler Bestandteil vieler Ökosysteme: Sie reguliert die Insektenpopulationen und fungiert ihrerseits als Beutetiere für verschiedene Raubtierarten. Großflächige Nutzungsänderungen von Flächen gefährden den Bestand der Nagetiere mit gravierenden Konsequenzen auch für den Menschen.

Die Birkenmaus im Kurzporträt

Mit einer Länge von fünf bis sieben Zentimetern und einem Gewicht von fünf bis elf Gramm zählt die Birkenmaus zu den kleinsten Nagetierarten in Deutschland. Das Fell der Tiere ist oberseits gelbgrau und unterseits hellgrau. Die Fellfärbung der Birkenmaus zeichnet sich durch feine, schwärzliche Striche und einen Aalstrich aus. Der Schwanz der Nagetiere ist spärlich behaart und üblicherweise deutlich länger als der Körper des Tieres.

Lichte Wälder mit dichtem Unterwuchs bieten der Birkenmaus optimale Lebensbedingungen. Die in der Dämmerung und Nacht aktiven Nagetiere ernähren sich von Früchten, Insekten, Samen und Spinnen.

Zwischen Oktober und April halten Birkenmäuse Winterschlaf.

Die Bedeutung der Birkenmaus für die Ökosysteme

Birkenmäuse tragen zur Kontrolle von Insekten- und Spinnenpopulationen bei. Auf diese Weise verhindern die Nager, dass eine zu große Zahl von Insekten und Spinnen die Pflanzenwelt überlastet. Zugleich zählt die Birkenmaus zu den Beutetieren von Raubtieren wie Eulen, Füchsen und Wieseln. Dadurch stellen die Mäuse ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar.
Ferner sammeln und verstecken Birkenmäuse die Samen verschiedener Pflanzen, um einen Wintervorrat anzulegen. Dabei verlieren sie einzelne Körner. Durch diese Aktivitäten tragen sie zur Verbreitung von Pflanzen und zum Erhalt der Artenvielfalt der heimischen Flora bei.
Außerdem lockern die Mäuse durch ihr reges Graben den Grund auf. Dadurch verbessert sich die Belüftung des Bodens und seine Fähigkeit, Wasser aufzunehmen.
Aus diesen Gründen dienen Birkenmäuse als Indikatoren für intakte Ökosysteme.

So bedroht die Nutzungsänderung von Flächen die Birkenmaus

Die Verdichtung und Bebauung von vormals naturbelassenen Räumen führt zum Verlust von Lebensraum für die Birkenmaus und ihre Beutetiere. Die Umwandlung von Misch- und Laubwäldern in wirtschaftlich genutzte Nadelwälder verringert weiterhin die Qualität der Habitate. In diesen „auf dem Reißbrett“ geplanten Wäldern mangelt es der Birkenmaus an Nahrung und Möglichkeiten zum Verstecken.

Der Lebensraum der Nagetiere und ihr Nahrungsangebot schwinden überdies durch intensive Forstwirtschaft und den großflächigen Einsatz von Pestiziden.

Die Birkenmaus ist ein Nützling für den Menschen

Obwohl der Nager zu den seltensten und unscheinbarsten Nagetierarten in Mitteleuropa zählt, ist ihre Bedeutung für die Ökosysteme und die Menschen nicht zu unterschätzen. Als wichtiges Glied in der Nahrungskette trägt die Maus zur Begrenzung der Insektenpopulationen bei. Wenn sich Insekten aufgrund eines Mangels an Fressfeinden unkontrolliert verbreiten, führt dies üblicherweise zu einer Schädigung der vom Menschen angebauten Nutzpflanzen. Die Folgen sind Ernteausfälle, eine Verknappung des Nahrungsmittelangebots und steigende Preise für die Verbraucher.

In Zeiten des Klimawandels mit zunehmenden Wetterextremen wie häufigeren und stärkeren Regenfällen nehmen die Nagetiere eine weitere bedeutende Rolle ein: Durch die Verbesserung der Bodenstruktur infolge des Grabens von Schlupflöchern und die daraus resultierende Erhöhung der Wasseraufnahmekapazität des Bodens leistet die Birkenmaus einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Überschwemmungen. 

Ferner sind Ökosysteme, die ihre Artenvielfalt verlieren, generell anfälliger für externe Störungen, zu denen beispielsweise der Klimawandel und invasive Arten zählen.

Fazit: Der Schutz der Birkenmaus liegt im Interesse des Menschen

Eine Zunahme wirtschaftlich genutzter Nadelwälder, die Laub- und Mischwälder ersetzen, sowie eine Verdichtung von Flächen und eine intensivierte Forstwirtschaft bedrohen den Bestand der Birkenmäuse. Ein Rückgang der Population bedeutet nachteilige Folgen für den Menschen: von der Schädigung von Nutzpflanzen durch Insekten über anfälligere Ökosysteme bis zu steigenden Überschwemmungsrisiken.

Der Schutz der Birkenmaus durch eine angepasste und nachhaltige Flächennutzung liegt daher im ureigenen Interesse des Menschen.

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